Tauschwert

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zuvor

siehe zuvor die Versuche der alten Ökonomen, den Tauschwert zu definieren.

1776 Adam Smith

„Nachdem Boden und Produktionsmittel zu Privateigentum geworden sind, wird Smith an seiner ursprünglichen Werttheorie irre. Jetzt (beim Übergang von der einfachen Warenwirtschaft Ware gegen Ware zum Kapitalismus und seinen hauptsächlichen Tauschformen Ware gegen Geld und Geld gegen Ware) bestimmt er den Wert einer Ware nicht mehr durch die Arbeit, die in der betreffenden Ware selbst steckt, sondern durch die Arbeit, die im Austausch für diese Ware auf dem Markt erhältlich ist. Er verlegt damit die Wertbestimmung von der Produktion in die Sphäre der Zirkulation.“ P Thal in Einf zu Reichtum der Nationen, 1.Bd,S.XL

Das wäre eine lupenreine Definition des Tauschwertes gewesen, wenn Adam Smith von der Arbeitszeit statt von der Arbeit geredet hätte. Eine Größe (also die Arbeitszeit) ist aber etwas anderes als eine Tätigkeit (die Arbeit).

Hauptartikel

Das Wort ´Tauschwert´ wird zwar von jedermann benutzt, aber nirgendwo richtig definiert. Um einer naturwissenschaftlich konsistenten Definition des Tauschwertes auf die Spur zu kommen, also seine geheimnisvolle Bedeutung zu entschleiern, wollen wir uns Schritt für Schritt vorantasten – und nutzen dazu die schärfste Waffe der Wissenschaft: eine anschauliche, bildhafte Darstellung.

Zwischen Person A und B werden die beiden Produkte P1 gegen P2 getauscht. Produkt P1 hat den Produktwert p1. (Bitte zwischen Groß- und Kleinschreibung unterscheiden, große Buchstaben symbolisieren reale Mengen, kleine Buchstaben Größen!) Das Produkt P2 hat den Produktwert p2. Nach dem Tausch ist Person A Besitzer der Produktmenge P1 und Person B Besitzer der Produktmenge P1. Mit den Produkten ist während des Tausches nichts passiert, so daß sich auch an deren Produktwerten nichts geändert hat. p1 ist vor dem Tausch genauso groß wie nach dem Tausch, das gleiche gilt für p2 – außer das jetzt A Besitzer des Produktwertes p2 und B Besitzer des Produktwertes p1 ist.

Was ist nun der Tauschwert von P1 oder P2? Dazu müssen wir uns den Moment des Austausches näher anschauen:

Austausch, Tausch, Tauschwerte

In dem kurzen Moment des Austausches blitzt der Tauschwert für den Bruchteil eines Augenblickes auf. Der Tauschwert von Produkt P1 ist der Produktwert von Produkt P2, also τ1 = p2. Da es sich um einen völlig gleichberechtigten Vorgang handelt, muß auch das Produkt P2 einen Tauschwert haben: τ2 = p1.

Als Formelzeichen für den Tauschwert schlage ich den kleinen griechischen Buchstaben τ (tau) vor. Der Tauschwert ist eine Zuordnungsgröße. Er existiert nicht alleine (für sich) sondern nur als Relation (Beziehung) zu einer anderen Größe. Der Tauschwert der Warenmenge W1 existiert nur als Beziehung zum Produktwert der Warenmenge W2. Man kann auch sagen, der Produktwert p2 wird dem Tauschwert τ1 zugewiesen: p2 → τ1 oder τ1 := p2.

Es existiert auch niemals nur ein Tauschwert. Das ergibt sich aus der Warendefinition und der Tauschwertdefinition. Da ein Warentausch immer zwei Produkte voraussetzt, gibt es immer auch zwei Tauschwerte.

Die Lebensdauer der Tauschwerte ist genauso groß, wie ein Augenblick: der Moment zwischen vor dem Tausch und nach dem Tausch, zwischen Vergangenheit und Zukunft. Physikalisch gesehen dauert ein Augenblick 0,000000x Sekunden, die Neurophysiologen geben ihm immerhin eine Länge von 0,3 s.