tensorielle Eigenschaften des Gebrauchswertes

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Es ist nahezu unmöglich, alle Einflußfaktoren auf die Entstehung eines Bedürfnisses darzustellen, geschweige denn die Einflußfaktoren für sämtliche Bedürfnisse eines Menschen oder einer Gesellschaft. Man sollte sich aber immer vor Augen halten: der Gebrauchswert ist eine Größe, welche die Eigenschaft eines Gegenstandes beschreibt. Diese Größe darf nicht mit dem Gegenstand selber oder gar dem zugrundeliegenden Bedürfnis verwechselt werden. Zu Ihrem Auto sagen Sie ja auch nicht Geschwindigkeit. Ihr Auto hat eine bestimmte Geschwindigkeit, wenn es fährt, aber das Auto ist nicht die Geschwindigkeit. Ein Gegenstand hat einen bestimmten Gebrauchswert, ist aber nicht der Gebrauchswert.

Da es pro Person einen Gebrauchswert pro Produkt gibt, gibt es im Prinzip pro Gegenstand 6 Milliarden Gebrauchswerte (Anzahl der Weltbevölkerung), die aber alle nur den Wert 0 oder 1 annehmen können. Pro Ware kann es im Prinzip also bis zu n (n = Anzahl der Weltbevölkerung) Gebrauchswerte geben. Zur Vereinfachung empfiehlt sich die doppelte Indizierung: z.B. gWare i; Person j. Mit Hilfe der Konvention, daß der erste Index eine bestimmt Ware i und der zweite Index eine bestimmte Person j kodiert, könnten wir auch gij schreiben. Wir könnten die Parameter auch in Klammern hinter das Formelzeichen setzten: z.B. g(Ware i; Person A). Sie werden im weiteren Verlauf alle Schreibweisen antreffen.

Des Weiteren bleibt festzuhalten, daß individuelle Gebrauchswerte auch sehr zeit- und ortsabhängig sind. Der individuelle Gebrauchswert einer Flasche Kindernahrung hängt sehr stark vom Lebensalter der betroffenen Person ab. Der Gebrauchswert einer Heizung hängt sowohl von den jeweiligen Jahreszeiten als auch von der jeweiligen Region ab. In den äquatorialen Ländern braucht man keine Hausheizungen wie in den Ländern der nördlichen Breitengrade, weil das Bedürfnis nach Wärme dort einfach anderes befriedigt werden kann, als in Deutschland.

Das ganze wird noch vielfältiger, wenn man bedenkt, daß man mit ein und demselben Gegenstand auch mehrere Bedürfnisse befriedigen kann. Eine Zeitung kann man zum Lesen nehmen – man kann sich damit aber auch den Allerwertesten abwischen (wenn gerade kein Toilettenpapier verfügbar ist). Man kann damit aber auch ein Lagerfeuer anzünden, oder, oder, oder. Alle Möglichkeiten würden bei einer einzelnen Person viele verschiedene Gebrauchswerte hervorrufen. So können z.B. diese 3 Möglichkeiten durch 3 Gebrauchswerte mit jeweils dem Wert 1 ausgedrückt werden. Jedes Bedürfnis, das man mit einem Gegenstand befriedigt werden kann, spannt sozusagen eine Dimension auf. Und in jeder Dimension gibt es so viele individuelle Gebrauchswerte, wie es Menschen gibt. Die Größe Gebrauchswert kann somit als Tensor oder Matrix aufgefaßt werden. Jeder Gegenstand hat damit einen Gebrauchswert, bei dem fast immer irgendein Element den Wert eins hat.

Beim Gebrauchswert handelt es sich somit um eine tensorielle Größe.