Gebrauchswert

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siehe zuvor die Versuche der alten Ökonomen, den Gebrauchswert zu definieren (Artikel Gerbauchswert der old econ).

Definition des Gebrauchswertes

Der Gebrauchswert eines Gegenstandes beschreibt dessen Fähigkeit, irgendein menschliches Bedürfnis zu befriedigen. Als Formelzeichen für den Gebrauchswert schlage ich den kleinen deutschen Buchstaben g vor.
Der Gebrauchswert ist somit von zwei Dingen abhängig:

  1. ob es überhaupt ein menschliches Bedürfnis gibt und
  2. ob der Gegenstand die Fähigkeit hat, dieses Bedürfnis zu befriedigen.

Während die erste Bedingung auf den ersten Blick sinnlos erscheint, weil es nahezu immer irgendein Bedürfnis gibt, ist die zweite Bedingung abhängig von den Eigenschaften des Gegenstandes. Untersuchen wir aber zunächst die erste Bedingung. Ein Anzug der Größe 54 hat für einen 1,78 m großen Mann mit der Konfektionsgröße 48 keinen Gebrauchswert, weil er ihm einfach nicht paßt. Wenn der 1,78 m große Mann in den brasilianischen Urwäldern wohnt und vielleicht überhaupt keine Anzüge trägt, sondern lieber T-Shirts, hätte auch ein Anzug der Größe 48 für ihn keinen Gebrauchswert, weil der Mann nicht das Bedürfnis hat, sich mit Anzügen zu bekleiden. Nun wird man sofort denken: Ja, wenn der eine Brasilianer kein Bedürfnis nach Anzügen hat, dann hat vielleicht ein anderer das Bedürfnis, sich mit Anzügen zu kleiden. Auf die Vielzahl von Gebrauchswerten pro Gegenstand kommen wir später noch zu sprechen. Zuvor wollen wir uns noch den Wertebereich der Gebrauchswerte anschauen.